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Reiseführer - Reiseplanung - Deutschland - Regionen - Berlin

Berlin


Berlin (Internet: www.berlin.de und www.berlin-tourist-information.de) ist die größte Stadt Deutschlands, Hauptstadt und Regierungssitz. Seit dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung im Jahre 1990 sind über 100 Straßen im Osten und Westen wieder miteinander verbunden und »Geisterbahnhöfe« der U- und S-Bahn zum Leben erweckt worden. Die Beobachtungstürme, die Wachhunde und der Stacheldraht, die 28 Jahre lang nicht nur eine Stadt und ein Land, sondern symbolisch auch einen Kontinent geteilt haben, sind fast vollständig verschwunden.
Die beiden Stadthälften sind dennoch in vieler Hinsicht grundverschieden. Im Ostteil Berlins liegen die ehemaligen Arbeiterviertel Mitte, Pankow, Prenzlauer Berg und Friedrichshain, die Erwin Piscator und Bertold Brecht Stoff und Anregungen für ihre Theaterstücke lieferten. In Westberlin befinden sich die traditionellen Arbeiterviertel Wedding, Neukölln und Kreuzberg, das für Szenekneipen und den hohen Anteil türkischer Mitbürger bekannt ist. Die grünen Westberliner Bezirke Charlottenburg-Wilmersdorf und Steglitz-Zehlendorf haben eine eher gutbürgerliche Atmosphäre.
Der Alexanderplatz ist heute ein geschäftiger, aber recht gesichtsloser Platz mit Cafés und Hotels. Sein Wahrzeichen ist der 365 m hohe Fernsehturm, der im Volksmund den Beinamen »Telespargel« erhalten hat.
Das Nikolaiviertel mit seinen Boutiquen, Cafés und Kneipen im Stil alter Berliner Bürgerhäuser ist ein gelungenes Beispiel historischer Stadterneuerung. Das Viertel, im 2. Weltkrieg fast völlig zerstört, wurde anlässlich der 750-Jahrfeier neu errichtet; teils historisch detailgetreu, teils mit Betonfassaden. Hier befindet sich auch die älteste Kirche Berlins, die Nikolaikirche (13. Jahrhundert). Schon Friedrich der Große betrachtete die berühmte, von vielen historischen Bauwerken gesäumte Prachtstraße Unter den Linden hinter dem Brandenburger Tor als Mittelpunkt der Hauptstadt. Die Denkmäler und Prachtbauten aus dem 18. und 19. Jahrhundert wurden kunstvoll restauriert und der Boulevard avancierte zum Schaustück der damaligen Deutschen Demokratischen Republik. Im Kronprinzessinnenpalais sind heute Restaurants und das Operncafé untergebracht und man kann sich hier in schöner Atmosphäre bei Wiener Caféhausmusik mit leckeren Torten und Kuchen verwöhnen. Durch den Bau der Mauer im Jahre 1961 war der von alten Linden gesäumte Boulevard fast 30 Jahre lang mehr oder weniger eine Sackgasse. Am westlichen Ende steht das Brandenburger Tor, seit der Fertigstellung im Jahre 1791 Wahrzeichen der Stadt.
Die Berliner Mauer ist fast vollständig verschwunden. Manch ein »Mauerspecht« hat sich vor ihrem Abbruch ein Stück davon als persönliches Souvenir gesichert. Ganze Teilabschnitte stehen heute in Museen.

Berlin ist eine führende Messe- und Kongressstadt. Das Messe- und Ausstellungsgelände liegt am Funkturm, dem »langen Lulatsch«. Von der Aussichtsplattform auf dem Funkturm kann man bis zum Grunewald sehen.

Berlin ist außerdem eine Kultur-Hochburg und Standort angesehener wissenschaftlicher Forschungsinstitute und mehrerer Hochschulen. Es gibt drei Opernhäuser, rund 135 Theater und Bühnen in allen Genres und mehr als 100 Kinos.
Ostberlin hat eine Vielzahl ausgezeichneter Museen. Besonders empfehlenswert ist die Museumsinsel, die in einer Gabelung der Spree liegt. Auf ihr sind die Alte Nationalgalerie (Gemälde und Skulpturen des 19. Jh.), das Alte Museum (griechische Kunst und bis 2009 Sammlung des Ägyptischen Museums), das Neue Museum (Wiedereröffnung 2009 mit den Sammlungen des Ägyptischen Museums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte) und das Bodemuseum (Münzkabinett, Skulpturensammlung, byzantinische Kunst, Werke aus der Gemäldegalerie) zu finden. Die rund 3.300 Jahre alte Büste der ägyptischen Königin Nofretete ist seit dem 13. August 2005 im Alten Museum zu bewundern. Prunkstück des weltberühmten Pergamon-Museums ist der Pergamon-Altar, Teil eines Zeus-Tempels aus Kleinasien. Das Museum verfügt über bedeutende Sammlungen aus dem asiatisch-islamischen Raum. In den Dahlemer Museen kann man die Sammlungen außereuropäischer Kunst und Kultur, das Museum Europäischer Kulturen, das Ethnologische Museum, das Museum für Indische Kunst und das Museum für Ostasiatische Kunst besuchen. Das Berlin-Museum ist im Gebäude des ehemaligen Kammergerichts im Bezirk Kreuzberg untergebracht. Im prächtig restaurierten Martin-Gropius-Bau finden wechselnde Ausstellungen statt. In der Nähe befinden sich die Berlinische Galerie, eine Schausammlung der Jüdischen Abteilung des Berlin-Museums sowie ein Museum zur Alltagskultur des 20. Jahrhunderts. Ein Besuch der faszinierenden Dauerausstellung »Wege-Irrwege-Umwege. Die Entwicklung der parlamentarischen Demokratie in Deutschland« im Deutschen Dom lohnt sich.
Einer der größten kulturellen Anziehungspunkte in Ostberlin ist die Deutsche Staatsoper. Den schönsten Konzertsaal hat das Schauspielhaus Berlin am Gendarmenmarkt.
Im Februar zieht es Filmfans zur Berlinale, den Berliner Filmfestspielen. Im September findet das Musikfest Berlin und die spielzeiteuropa sowie im Herbst das Jazz-Fest statt. Liebhaber der klassischen Musik pilgern in die Philharmonie, Heimat der weltberühmten Berliner Philharmoniker, und in den Kammermusiksaal.

Wer den Boulevard Unter den Linden Richtung Brandenburger Tor entlangspaziert, kommt in den Tiergarten, eine der grünen Lungen der Stadt, und von dort in die Westberliner City. Der Kurfürstendamm wird im Volksmund Ku’damm genannt. Beim Bummel über diesen 3,5 km langen Glanzboulevard der Stadt mit seinen Straßencafés, eleganten Restaurants, teuren Boutiquen, Straßenständen und Schnellrestaurants kann man das bunte Treiben an sich vorüberziehen lassen. Die Cafés haben lange Öffnungszeiten, die Bürgersteige sind voller Menschen und der Verkehr ist selbst in den Nachtstunden noch lebhaft. Nachdem man sich in einem der Straßencafés etwas ausgeruht und die Passanten beobachtet hat, kann man seinen Spaziergang zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche fortsetzen. Die Ruine der neuromanischen Kirche, im Volksmund »Hohler Zahn« genannt, wurde als Mahnmal an die Schrecken des 2. Weltkrieges stehen gelassen. Die Gedenkhalle im alten Turm soll ein Ort der Mahnung und Versöhnung sein. Ganz in der Nähe liegt das Europa-Center mit zahllosen Geschäften, Restaurants und Bars mit lebhaftem Nachtleben und einer Panorama-Etage, von dessen Dach man zu einem 6-minütigen Simulationsflug über Charlottenburg und das Regierungsviertel starten kann. Ein paar Schritte weiter ist das KaDeWe, das bekannte traditionsreiche Kaufhaus des Westens. Einen Besuch lohnt der berühmte Zoologische Garten mit dem Aquarium.

Der im Krieg zerstörte Reichstag, von dem der Sozialdemokrat Scheidemann 1918 die Republik ausrief, wurde nach 1945 wiederaufgebaut. 1999 wurde die markante Glaskuppel ergänzt. Das prächtige, im Baustil des Barock und Rokoko errichtete Schloss Charlottenburg ist die ehemalige Sommerresidenz der preußischen Könige, die damals vor den Toren Berlins lag. Der Tiergarten ist ein im englischen Stil angelegter, weitläufiger Park im Herzen der Stadt, in dem an Sommerwochenenden viele Familien Picknick machen. Der Tierpark Berlin in Lichtenberg ist ein 130 ha großes Freigehege mit mehr als 7500 Tieren.

Der Müggelsee, der größte der Berliner Seen, und die Müggelberge sind das beliebteste Ausflugs- und Wassersportgebiet der Ostberliner. Bei einer Dampferfahrt auf den Berliner Wasserstraßen zeigt sich Berlin von seiner schönsten Seite. Verschiedene Reedereien bieten Kanalfahrten auf der Spree durch die Stadt und Ausflugsfahrten in das grüne ländliche Berlin an.

Seit den goldenen zwanziger Jahren ist Berlin auch für sein lebhaftes und extravagantes Nachtleben bekannt. Da es in der Stadt keine Sperrstunde gibt, schließen viele Lokale, Diskotheken und Kneipen erst in den frühen Morgenstunden.
Berliner stehen in dem Ruf ein radikales politisches Bewusstsein und eine Ader für experimentierfreudige Kreativität zu haben. Die größten dieser alternativen Projekte sind die UFA-Fabrik (ehemalige Filmstudios der UFA mit Kino, Töpferei, Sattlerei, Zirkus, Bäckerei, Café und vielem mehr) und das Tacheles (Kunsthaus im kriegszerstörten Passage-Kaufhaus).
In keiner anderen Stadt gibt es so viele Nachtklubs, Bars, Restaurants, Kabaretts und Kneipen. Die Stadtmagazine Tip, Zitty und Prinz erscheinen 14-tägig und geben einen Überblick über die vielfältigen Veranstaltungen.

Zum Stadtgebiet gehören auch ausgedehnte Wälder und viele Seen. Die Pfaueninsel im Südwesten der Stadt ist ein wunderschöner Landschaftspark und steht heute unter Naturschutz. Der Spandauer und Tegler Forst sowie der Grunewald laden zu Wanderungen ein. Der Volkspark Friedrichshain ist der größte und zugleich älteste Park Ostberlins.



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