Die Tricks der Reiseveranstalter
So kommen Sie zu dem für Sie günstigsten Reisepreis
Stellvertretend für viele Veröffentlichungen wird hier auch unter Bezugnahme auf die Zeitung Hamburger Abendblatt vom 3.8.2002 und die Zeitschrift Stern Heft 24/2003 gezeigt, wie Reiseveranstalter mit den Reisepreisen jonglieren und wie die Reisepreise sich teilweise täglich ändern können. Yield-Management im Touristikgeschäft bedeutet, den maximalen Ertrag zu erzielen, indem Angebot und Nachfrage zum jeweils bestmöglichen Preis in Einklang gebracht werden. Nach Möglichkeit soll dabei kein Kunde an die Konkurrenz verloren gehen. Für diese Ertragsoptimierung sorgen zum Beispiel bei TUI fast 100 Yield-Manager, die dafür sorgen, dass "das richtige Produkt zum richtigen Zeitpunkt und zum richtigen Preis an den richtigen Kunden" gebracht wird. Touristik-Yield-Manager verarbeiten riesige Datenmengen in ihren Rechnern, erstellen daraus Prognosen, welche Reisen sich wann verkaufen lassen, und entscheiden innerhalb einer Stunde, wie auf Abweichungen von den Prognosen zu reagieren ist. Mal starten sie schnelle Werbekampagnen, mal bieten sie Sonderpreise, mal holen sie sich zusätzliche Hotelbetten und Flugzeugplätze aus Nachbarländern, wenn da die Geschäfte weniger gut laufen als in Deutschland. So hatte nach der Zeitschrift "Stern" die Leitung der "Koordination Verkaufssteuerung Ost" im Mai 2003 das Problem, die hohen freien Kapazitäten für die Türkei an den Kunden zu bringen. So wurde zum Beispiel das Hotel "Pine Beach" in der Türkei von 709 EUR auf 449 EUR im Preis gesenkt. Pech für die paar Frühbucher oder die anderen Bucher, denen im Reisebüro weiterhin der Normalpreis von 709 EUR genannt wird. Wegen der Provisionen werden günstige Sonderaktionen im Reisebüro schon mal in der Schublade gelassen. Am 23. Mai ist der Preis für das Hotel wieder hochgesetzt worden, weil auf Grund der Sonderaktion das Hotel nun ausreichend belegt war. Last-Minute-Bucher sollten daher immer mehrere Angebote vergleichen. Dies bedeutet: Im Internet mehrere Reisedatenbanken konsultieren, am besten eine Webseite, die auf jeweils einer Seite mehrere Reisedatenbanken zum gleichen Wunschreiseziel abfragt. Im Reisebüro sollte konkret nachgefragt werden, ob für das Reiseziel "XYZ" derzeit ein Sonderkontingent vorliegt. Die genaue Kenntnis der Nachfrage erlaubte etwa der TUI-Tochter Hapag-Lloyd, einen Flug lange vor dem Termin für 350 Euro anzubieten, sechs Wochen vorher die Nachfrage mit einem Preis von 250 Euro anzuheizen, aber dann drei Tage vor dem Flugtermin wieder auf 400 Euro zu erhöhen. |
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