Vergleich Frühbucher zu Last-Minute-Urlauber

Urlauber werden zunehmend von Reiseveranstaltern mit einem Frühbucherrabatt gelockt, um sich möglichst frühzeitig festzulegen. Verständlich, denn Buchung ist Buchung. Nur: Lohnt sich eine frühzeitige Buchung für den Urlauber oder ist Abwarten angesagt?
  Frühbuchervorteile in den neuen Reisekatalogen
Faustregel: Eine frühzeitige Buchung setzt zunächst voraus, dass Reiseziel und Reisezeit definitv feststehen und die Urlaubskasse auch nicht plötzlich klamm werden kann. Denn eine Stornierung kostet häufig viel Geld. Die Reiseveranstalter gewähren bei ausgewählten Angeboten einen Frühbucher-Rabatt bei einer Buchung für die Sommersaison bis Ende März und in einigen Fällen auch bis zum 15. April oder sogar bis Ende April.

Für die Sommersaison 2004 haben die Reiseveranstalter die Zügel angezogen. Es sollen jetzt die Frühbucher besonders belohnt werden. So bietet zum Beispiel TUI lt. Pressemitteilung Reisenden zum Teil kräftige Frühbucherrabatte. TUI setzt hierbei insbesondere auf Familien und offeriert einen günstigen Kinderfestpreis bei Buchung bis zum 31. Januar 2004. Dagegen soll es Schnäppchen in der Sommersaison 2004 bei TUI kaum noch geben.

Die Frühbucherrabatte haben unterschiedliche Namen: Progressiv-Frühbucher-Rabatt, XXL-Frühbucher-Bonus oder Doppelsparsystem um nur einige zu nennen. Selbst beim Skiurlaub findet man immer häufiger Hinweise auf Frühbucherbonus.

Der Frühbucherrabatt ist zumeist ein Nachlass oder die Vergünstigung, den Vorsaisonpreis in einer teueren Saison in Anspruch nehmen zu können. Die Rabatte liegen bei den durchschnittlichen Reisen im allgemeinen bei ca. 20 bis 60 Euro pro Person und Woche. Hinzu kommen ggf. Sonderpreise für mitreisende Kinder. Der Veranstalter FTI hatte sich in 2003 etwas besonderes einfallen lassen. Frühbucher erhielten neben der Frühbucher-Ermäßigung eine Reiserücktritts-Kostenversicherung. Außerdem sollte der Kunde Anspruch auf den günstigeren FTI-Preis haben, wenn FTI die gebuchte Reise bis zum Abreisedatum billiger anbieten würde. Fraglich ist nur, wie der Kunde den Anspruch umsetzen soll (siehe Beispiel).

Die Strategen der Reiseveranstalter propagieren für die Saison 2004 ein dynamisches Preismodell. Vergleichbar dem Aktienmarkt, sollen sich Reisepreise an Angebot und Nachfrage orientieren. Ziel ist natürlich in erster Linie die Erhöhung des Deckungsbeitrages. Die strategischen Planer sind der Ansicht, dass Frühbucher-Rabatte bisher keinen ausreichenden Erfolg brachten, weil die Kunden beim Buchen "auf den letzten Drücker" zumeist immer noch weniger bezahlen müssen. Unbemerkt hinter den Kulissen wurde bereits schon länger an variablen Preisen gearbeitet.

In Verbindung mit Frühbucher-Angeboten bieten einige Veranstalter auch eine kostenlose Umbuchungsmöglichkeit. Vorteil für Frühbucher: Sie können bei politischen Unruhen ohne Mehrkosten ihre Urlaubspläne ändern. Denn: Zu kostenlosen Stornierungen sind die Reiseveranstalter nur bei einer ausdrücklichen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes verpflichtet. Praktizierte Kulanz der Reiseveranstalter aus dem Jahr 2003: Reisen, die vor dem 31. März 2003 gebucht wurden, konnten bis zu acht Wochen vor Abreise kostenfrei umgebucht werden (so z.B. TUI, DERTour, ADAC, Thomas Cook, Neckermann).

Hinweise für Frühbucher
  • Wunschhotel ist zumeist noch verfügbar

  • ggf. Frühbucher-Rabatt

  • ggf. kostenfreie Umtauschmöglichkeit

  • Festlegung auf Reiseziel und Reisezeit

  • sofortige Anzahlung

  • nur für bestimmte Angebote

  • Hinweise für Last-Minute-Bucher
  • ggf. günstigerer Preis

  • keine sofortige Anzahlung

  • keine frühzeitige Festlegung erforderlich

  • nur selten Stornokosten

  • Risiko der Verfügbarkeit

  • Risiko der Abflugtermine


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